Schlagwort-Archiv: Israel

Berliner SchülerAustausch-Messe am 19. November

Dieses Jahr nimmt TAMLI e. V. an der SchülerAustausch-Messe in Berlin am 19. November teil.
Die Messe bietet SchülerInnen die Möglichkeit verschiedene Entsendeorganisationen kennenzulernen, mit VertreterInnen wichtiger Zielländer und neutraler Beratungsinstitutionen zu sprechen und Fachvorträgen und Erfahrungsberichten zu lauschen.
Neben anderen Entsendeorganisationen, die Freiwilligendienste, Schüleraustauschprogramme, Sommercamps oder Work&Travel-Programme vorstellen, werden auch TAMLI-AKtive präsent sein und für das Volontariat in BEIT URI werben.

messe-berlin

Organisiert wird die Messe von der Deutschen Stiftung für Völkerverständigung.
Der Eintritt ist frei. Wir freuen uns auf deinen Besuch!

Flyer Berliner SchülerAustausch-Messe

Plakat Berliner SchülerAustausch-Messe

TAMLI-Bewerberseminar 2016

Auch dieses Jahr haben sich wieder junge Menschen bei den Freunden der Erziehungskunst und bei TAMLI für einen Freiwilligendienst in BEIT URI beworben.

TeamerInnen

Am Wochenende des 23. und 24. April haben wir die BewerberInnen nach Berlin-Kreuzberg in die Regenbogenfabrik eingeladen, um sie besser kennenlernen zu können. Die vier Bewerberinnen und der eine Bewerber haben von Lena, Jana, Theresa und David einiges über unseren Verein, die Dienstform ADiA, BEIT URI, die Arbeit mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen, das Land und die Sicherheitslage erfahren.

Regenbogenfabrik

Erfahrungsbericht 2014/2015

Ein ganz normaler Tag in Beit Uri
__________________________________________________

von Ellen Werner

Ich wohne mit sechs anderen Volontären in Beit Uri, einem Heim für Menschen mit Behinderung in Israel. Insgesamt sind dieses Jahr 12 Volontäre aus Deutschland gekommen, um das Heim zu unterstützen, Israel kennen zu lernen und eine lehrreiche Zeit weit weg von zu Hause zu verbringen. Wir arbeiten in der Regel 40 Stunden pro Woche und haben jedes zweite Wochenende 2 freie Tage. Aber natürlich haben wir noch Urlaub, den wir nehmen können. Zu unseren Aufgaben in den Wohnhäusern der Bewohner gehört es, zu pflegen, also duschen, anziehen und Essen vorzubereiten. Aber auch therapeutische Tätigkeiten, wie Hilfestellung bei dem Herstellen der handgearbeiteten Produkte, die hier für den Verkauf produziert werden, gehört dazu. Das Heim entlohnt uns mit einem kleinen Taschengeld, wir dürfen kostenlos hier wohnen und Essen sowie Kosmetikartikel kriegen wir gestellt. Die Arbeit ist nicht einfach, aber wunderschön und sehr wertvoll. Wie mein Leben hier aussieht, kann ich am besten mit einem etwas abgeänderten Tagebucheintrag darstellen.

Heute war ein schöner Tag, zumindest der Abend war toll. Wir haben Pizza geholt und alle zusammen einen Film geschaut. Der Hundertjährige, der aus dem Fenster sprang und verschwand, das war echt cool. Davor war ich mit einer anderen Volontärin in Afula, der nächstgelegenen Stadt, einkaufen. Es hat echt gut getan, mal wieder Luft außerhalb der Welt von Beit Uri zu schnuppern. Heute Vormittag war ich ziemlich genervt von meiner WG, weil das mit dem Abwasch nicht so richtig funktionieren will, aber das wird schon. Der Chor hat mir echt gut getan, das Singen macht mir Spaß. Danach habe ich mit meinem Hauschef über meine Überstunden gesprochen und endlich den Mut gefunden, ihm zu sagen, dass ich nicht mehr so viele Überstunden leisten will. Nach ein bisschen Unstimmigkeiten habe ich einen kleinen Erfolg erziehlt, jetzt werde ich immerhin gefragt, ob ich nicht in dem Plan geschriebene Überstunden machen will. Mein besonderer Schützling, ein Mädchen das stark autistisch ist, hat nach ihrem morgendlichen Anfall auf der Schaukel endlich mal wieder gelacht. Solche Momente zu sehen, sind unendlich schön. Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung ist einzigartig und wunderschön. Ich habe dieses wundervolle Privileg, mit wunderbaren Menschen arbeiten zu dürfen. Trotzdem kann es echt anstrengend werden. Deswegen freue ich mich schon auf den Wanderausflug mit einer Freundin am Wochenende. Die Natur hier ist einfach einzigartig schön und unglaublich vielfältig. Morgen muss ich wieder früh raus…

Die Tage sind eine Mischung aus harter Arbeit und unglaublich schönen Momenten. Menschen zu pflegen, vor allem der enge Körperkontakt ist nicht für jeden etwas, aber wer sich darauf einlässt, wird in diesem Jahr einzigartige Menschen kennenlernen und sich sehr weiterentwickeln. Zurückblickend war dieses Jahr und vor allem diese Arbeit unglaublich hart und ich hatte oft zu kämpfen, aber ich habe so auch sehr viel über mich selbst gelernt. Ich habe so viele Sachen gelernt und werde so viel reicher nach Deutschland gehen. Wer bereit ist zu geben, kann unglaublich viel aus diesem Jahr rausziehen. Eine Erfahrung, die ich jedem raten würde.

Die Bewerbungsphase 2015/16 ist eröffnet!

Auch dieses Jahr entsenden wir VolontärInnen nach Israel. Ab jetzt ist es wieder möglich, sich bei uns für einen Anderen Dienst im Ausland (ADiA) in einem Heim für Menschen mit Behinderung in Afula/Israel zu bewerben.

Du könntest Dir einen Freiwilligendienst in BEIT URI vorstellen? Oder du kennst jemanden, der/die interessiert ist?

Dann findest du hier nähere Infos und kannst dich hier bewerben.

TAMLI e. V. freut sich auf deine Fragen und Bewerbungen!

Sicherheitslage in Israel

Wir von TAMLI e. V. sind sehr besorgt ob der Sicherheitslage in Israel. Auch viele unserer FreundInnen in Beit Uri sind betroffen, weil Familienmitglieder als ReservistInnen rekrutiert wurden und sich in der Grenzregion zum Gaza-Streifen befinden. Zum Glück ist es in Afula ruhig und unseren FreundInnen und VolontärInnen geht es gut. Was wir von hier mitbekommen ist, dass der Alltag normal weiter geht.

Trotzdem: Das Land muss sich im Ausnahmezustand befinden. In Tel Aviv gibt es immer noch regelmäßig Luftangriffe. Und in Gaza müssen die Zustände grauenhaft sein. So viel Zerstörung, so viele Tote und Verletzte! So viel Leid! Für was?

Damit die Hamas sich profilieren kann. Dabei würden sie von den Menschen im Gaza-Streifen viel mehr Untersützung bekommen, wenn sie statt Raketen und Waffen Lebensmittel und Medikamente durch die illegalen Tunnel schmuggeln würden.

Die israelische Armee versucht der Hamas den Todesstoß zu versetzen und versteht nicht, dass nach der Hamas noch radikalere Kräfte folgen werden – und dass zumindest Teile der Hamas, die auch in die Einheitsregierung mit der Fatah getreten sind, an einer friedlichen Lösung auf dem Verhandlungsweg interessiert sind.

Was von diesem Krieg bleiben wird ist Hass! Und mit Hass lässt sich ein dauerhafter Friede nicht verwirklichen.

Am Freitag, den 25. Juli, fand auch in Berlin der alljährige Al-Quds-Tag statt. Entgegen der Befürchtungen von Polizei und Medien ist es erstaunlich reibungslos vonstatten gegangen. Auf palästinensischer Seite gab es einige antisemitische Sprüche und Plakate – die Polizei hat aber gleich reagiert und die AntisemitInnen von den anderen DemonstrantInnen getrennt.  Vor jüdischen Einrichtungen hat sich auch eine große israelische Demonstrantengruppe zusammengefunden. Ihr Motto war “Free Gaza from Hamas”.

Leider haben es die beiden Protestgruppen nicht geschafft für die gemeinsame Sache – Frieden im Nahen Osten – zu kämpfen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Vielleicht ist das zur gegenwärtigen Situation auch nur naives Wunschdenken.

Nichtsdestotrotz: Die mehrheitlich friedlichen Demonstrationen und der kleine Waffenstillstand zwischen Hamas und IDF (Israeli Defence Force) lassen hoffen, dass die Eskalation des Konfliktes bald vorbei ist. Auch der Flughafen Ben Gurion wird wieder normal von Lufthansa, AirBerlin und Co. angeflogen.

TAMLI e. V. beobachtet die Sicherheitslage sehr genau und macht sich Gedanken, ob eine Entsendung der neuen VolontärInnen sinnvoll ist. Nach den aktuellen Informationen sind wir aber zuversichtlich, dass die Einreise nach Israel für die VolontärInnen nicht gefährdet ist.