Ein Einblick in das dieses Jahr erstmalig stattfindende Online-Zwisi-FollowUp

R. M. Rilke: “Sei jedem Abschied voraus!”

Gießen / Giva’at HaMoreh
Nachdem das diesjährige Zwischenseminar für die aktuelle Volontärsgeneration im März über drei Tage online stattfand, wurden Projekte, Ideen und das große Thema des immer näher rückenden Dienstendes vergangenen Sonntag (20. Juni 2021) nochmal aufgegriffen. Diesmal leiteten Linda und Uta das Seminar von Gießen aus und verbrachten effektive Stunden im Austausch mit der siebenköpfigen Vologruppe, die es sich in der gemeinschaftlichen Küche der ‘Dira lemalah’ gemütlich machte.
Die Idee dieses Jahr noch einen zweiten Zwisi-Teil durchzuführen entstand während der Seminarzeit im März, als klar wurde, dass das freie und uneingeschränkte Volo-Leben in Beit Uri und auch in Israel allgemein gerade erst seinen Anfang nimmt und an Abschied, Rückkehr und Zukunftsplanung noch kaum zu denken war.
Natürlich veränderten sich auch die Abläufe und Alltäglichkeiten Beit Uris durch Corona. Mittlerweile dürfen wieder gemeinsame Wochenabschlüsse und jüdische Festtage in der großen Ulam gefeiert werden. Ab September soll auch eine Rückkehr in die individuelle Workshopeinteilung wieder möglich sein und das Konzept der einzelnen sogenannten Zellen Beit Uris, die durch die Häuserstruktur gegeben war, wieder Geschichte sein.

Die Volontär:Innen berichteten von ihren Erlebnissen und Begegnungen der letzten drei Monate. Ganz aktuell kamen sie von einem Konzert in Tel Aviv wieder und fröstelten noch etwas, dank der kühlen Masgan-Luft im Bus zurück. Frösteln – ein Gefühl, dass die Leiterinnen bei knapp 30° Zimmertemperatur in einem Gießener WG-Zimmer neidisch werden lies.
Die allgemeine Stimmung ist positiv. Die Beschäftigung mit den im März entwickelten Projekten und Ideen für die Arbeit mit den Membern verdeutlichte die immer größere Sicherheit und Selbstständigkeit, die im Laufe des Jahres gewonnen wird.

Den zweiten Teil dominierte das große Thema des bevorstehenden Abschiedes. Es werden nicht alle Volos zur selben Zeit zurückkehren, da ja auch die Einreisetermine sich über den Zeitraum von einem viertel Jahr erstreckten. Der etwas bittere Beigeschmack des Abschiedes konnte mit im Zweiergespräch erarbeiteten Strategien und gesammelten Dingen, auf die sie sich zurück in der Heimat freuen, abgemildert werden.
Rilkes Hinweis dem Abschied voraus zu sein, sind wir so gut es ging gefolgt. Ganz voraus sein scheint unmöglich und doch ist das Thema nicht aus dem Kopf verbannt. Es zeigt trotz der noch aufregenden und wahrscheinlich sehr schnell vergehenden letzten Monate eine gesunde Präsenz.

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