Einladung zur TAMLI-Jahresmitgliederversammlung

Liebe TAMLI-Mitglieder und Freunde des Vereins,

wir möchten euch ganz herzlich zur diesjährigen Jahresmitgliederversammlung sowie dem anschließenden Arbeitstreffen und – für die VolontärInnen 2014/15 – zum Rückkehrerseminar einladen.

Mitgliederversammlung und Arbeitstreffen finden am 21. und 22. November 2015 in Berlin-Charlottenburg statt.

Neben der ordentlichen Tagesordnung der Jahresmitgliederversammlung mit Kassen- und Prüfungsbericht, Entlastung des Vorstandes, Vorstands- und Beisitzerneuwahl soll es beim Arbeitstreffen u. a. um folgende Themen gehen:

  • Aktualisierung der Bewerbungs- und Entsendungsdokumente, Anpassung an neue Versicherungs- und Visa-Richtlinien
  • Tiki-Aktualisierung und -Tutorial (TAMLI -Datenbank bearbeiten)
  • Homepage überarbeiten u. aktualisieren (z.B. Newsletter-Archiv erstellen)
  • Aufarbeitung der Vereinsgeschichte u. Kontakt mit VereinsgründerInnen
  • Rolle der BeisitzerInnen neu definieren u. Aktualisierung des Organigramms
  • Themen der RückkehrerInnen: Veränderungen und Verbesserungen als Reaktion auf die Erlebnisse der neu zurückgekehrten VolontärInnen

TAMLI-Mitglieder sollten eine Einladung mit dem neuesten Newsletter per Post erhalten haben. Wenn dies nicht der Fall ist, dann bitten wir darum, uns eure neue Adresse mitzuteilen. Zur besseren Planung des Wochenendes möchten wir euch bitten, euch bis zum 05.11.2015 per Mail bei Martin (martin.jakob[at]tamli.de) anzumelden.

Wir freuen uns auf euer Kommen!

 

Erfahrungsbericht 2014/2015

Ein ganz normaler Tag in Beit Uri
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von Ellen Werner

Ich wohne mit sechs anderen Volontären in Beit Uri, einem Heim für Menschen mit Behinderung in Israel. Insgesamt sind dieses Jahr 12 Volontäre aus Deutschland gekommen, um das Heim zu unterstützen, Israel kennen zu lernen und eine lehrreiche Zeit weit weg von zu Hause zu verbringen. Wir arbeiten in der Regel 40 Stunden pro Woche und haben jedes zweite Wochenende 2 freie Tage. Aber natürlich haben wir noch Urlaub, den wir nehmen können. Zu unseren Aufgaben in den Wohnhäusern der Bewohner gehört es, zu pflegen, also duschen, anziehen und Essen vorzubereiten. Aber auch therapeutische Tätigkeiten, wie Hilfestellung bei dem Herstellen der handgearbeiteten Produkte, die hier für den Verkauf produziert werden, gehört dazu. Das Heim entlohnt uns mit einem kleinen Taschengeld, wir dürfen kostenlos hier wohnen und Essen sowie Kosmetikartikel kriegen wir gestellt. Die Arbeit ist nicht einfach, aber wunderschön und sehr wertvoll. Wie mein Leben hier aussieht, kann ich am besten mit einem etwas abgeänderten Tagebucheintrag darstellen.

Heute war ein schöner Tag, zumindest der Abend war toll. Wir haben Pizza geholt und alle zusammen einen Film geschaut. Der Hundertjährige, der aus dem Fenster sprang und verschwand, das war echt cool. Davor war ich mit einer anderen Volontärin in Afula, der nächstgelegenen Stadt, einkaufen. Es hat echt gut getan, mal wieder Luft außerhalb der Welt von Beit Uri zu schnuppern. Heute Vormittag war ich ziemlich genervt von meiner WG, weil das mit dem Abwasch nicht so richtig funktionieren will, aber das wird schon. Der Chor hat mir echt gut getan, das Singen macht mir Spaß. Danach habe ich mit meinem Hauschef über meine Überstunden gesprochen und endlich den Mut gefunden, ihm zu sagen, dass ich nicht mehr so viele Überstunden leisten will. Nach ein bisschen Unstimmigkeiten habe ich einen kleinen Erfolg erziehlt, jetzt werde ich immerhin gefragt, ob ich nicht in dem Plan geschriebene Überstunden machen will. Mein besonderer Schützling, ein Mädchen das stark autistisch ist, hat nach ihrem morgendlichen Anfall auf der Schaukel endlich mal wieder gelacht. Solche Momente zu sehen, sind unendlich schön. Die Arbeit mit Menschen mit Behinderung ist einzigartig und wunderschön. Ich habe dieses wundervolle Privileg, mit wunderbaren Menschen arbeiten zu dürfen. Trotzdem kann es echt anstrengend werden. Deswegen freue ich mich schon auf den Wanderausflug mit einer Freundin am Wochenende. Die Natur hier ist einfach einzigartig schön und unglaublich vielfältig. Morgen muss ich wieder früh raus…

Die Tage sind eine Mischung aus harter Arbeit und unglaublich schönen Momenten. Menschen zu pflegen, vor allem der enge Körperkontakt ist nicht für jeden etwas, aber wer sich darauf einlässt, wird in diesem Jahr einzigartige Menschen kennenlernen und sich sehr weiterentwickeln. Zurückblickend war dieses Jahr und vor allem diese Arbeit unglaublich hart und ich hatte oft zu kämpfen, aber ich habe so auch sehr viel über mich selbst gelernt. Ich habe so viele Sachen gelernt und werde so viel reicher nach Deutschland gehen. Wer bereit ist zu geben, kann unglaublich viel aus diesem Jahr rausziehen. Eine Erfahrung, die ich jedem raten würde.

Kennenlern-Treffen 2015

In Berlin trafen sich die zukünftigen VolontärInnen für BEIT URI, um sich gegenseitig besser kennenzulernen. Auch dieses Jahr hatten wir wieder das Glück, dass nicht nur von TAMLI entsandte VolontärInnen dabei waren, sondern auch Volontärinnen der Entsendeorganisation Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiner.

Erster Hebräisch-Unterricht
Erster Hebräisch-Unterricht

Neben der Ermöglichung des sich besser Kennenlernens, des gemeinsamen Kochens und miteinander Sprechens war es TAMLI auch diese Mal wichtig, den VolontärInnen vor ihrer Abreise noch etwas mit auf den Weg zu geben. So haben wir versucht erste Einblicke ins Hebräische zu bieten, möglicherweise auftretene Probleme zu thematisieren und die interkulturellen Kompetenzen der VolontärInnen zu stärken.

Ergebnisse des IJFD-Kick-Off-Seminars

Liebe TAMLI-Mitglieder und Vereinsfreunde,

am 13. und 14. Juni fand in Berlin ein IJFD-Kick-Off-Seminar in Berlin statt. Seit einigen Jahren bemüht sich TAMLI um die Akkreditierung für den Internationalen Jugendfreiwilligendienst. Zu diesem Zweck wurde bei dem Seminar altes Wissen gesammelt, neues Wissen erworben, Vor- und Nachteile gesammelt und Auswirkungen auf den Verein TAMLI e. V. evaluiert.

Als Ergebnis des Seminars ist ein Positionspapier zur IJFD-Akkreditierung entstanden, welches bei der diesjährigen TAMLI-Mitgliederversammlung vorgestellt wird.

Konzept der Corporate Identity von TAMLI
Konzept der Corporate Identity von TAMLI

Die IJFD-Akkreditierung ist möglich und machbar! Allerdings sollten wir bei der Jahresmitgliederversammlung im Herbst/Winter darüber reden, inwiefern es die Identität von TAMLI verändert oder gar zerstört. Dazu sollten wir uns auch über die Corporate Identity von TAMLI und über die Organisationsstruktur von TAMLI unterhalten.

IJFD-Kick-Off Homepage
Optimierung der TAMLI-Homepage

Wenn wir die Akkreditierung vorantreiben und erfolgreich über den IJFD entsenden wollen, brauchen wir vor allem eines: Aktive Mitglieder, die sich vorstellen können, über einen längeren Zeitraum verantwortungsvolle Koordinationsaufgaben wahrzunehmen oder längere Seminare zu begleiten und zu betreuen.

Du hast Interesse? Dann melde dich bitte! Wenn sich genügend Menschen finden, die die IJFD-Akkreditierung begleiten wollen, dann stehen die Chancen besser, dass wir bei der Mitgliederversammlung eine positive Entscheidung treffen!

 

TAMLI-Kick-Off 2015

Liebe TAMLI-Aktive!

TAMLI plant seit einiger Zeit eine Akkreditierung für den vom Familienminsterium geförderten Internationalen Jugendfreiwilligendienst (IJFD).

Durch die Akkreditierung könnte TAMLI finanziell unabhängiger werden und würde durch die Präsenz bei offiziellen Webseiten bekannter werden. Die Enstendung über den IJFD würde von TAMLI allerdings auch einiges verlangen: mehr Bürokratie, längere Seminare, usw.

Bis jetzt wissen wir noch nicht, wie eine Akkreditierung läuft und ob es überhaupt Sinn macht. Bei einem TAMLI-Kick-Off in Berlin am 13. und 14. Juni 2015 möchten wir uns informieren, uns kritisch mit dem Thema Akkreditierung auseinandersetzen und im Idealfall eine Empfehlung an die Mitgliederversammling im Herbst aussprechen.

Wenn du Interesse an Fragen zu TAMLIs Zukunft und Perspektiven hast, dann bist du herzlich eingeladen!

Für mehr Infos und Fragen schreibe David (d.meier[at]me.com) eine Mail.

Die Bewerbungsphase 2015/16 ist eröffnet!

Auch dieses Jahr entsenden wir VolontärInnen nach Israel. Ab jetzt ist es wieder möglich, sich bei uns für einen Anderen Dienst im Ausland (ADiA) in einem Heim für Menschen mit Behinderung in Afula/Israel zu bewerben.

Du könntest Dir einen Freiwilligendienst in BEIT URI vorstellen? Oder du kennst jemanden, der/die interessiert ist?

Dann findest du hier nähere Infos und kannst dich hier bewerben.

TAMLI e. V. freut sich auf deine Fragen und Bewerbungen!

Eindrücke der Mitgliederversammlung

Die TAMLI-Aktiven treffen sich gerade in Berlin zur alljährlichen Mitgliederversammlung.
Wir freuen uns, dass die RückkehrerInnen uns Neuigkeiten aus Beit Uri und Eindrücke ihres Volontariats präsentierten.
Ein wichtiger Aspekt ist auch die Einschätzung der Sicherheitslage durch den Verein. Nach dem Gaza-Krieg im Sommer finden wir es sinnvoll, Szenarien zu erarbeiten, wie wir uns in Krisensituationen verhalten.

Mitgliederversammlung 2014

An alle Vereinsmitglieder,

auch dieses Jahr findet unsere alljährliche Mitgliederversammlung statt – und zwar am Nikolauswochenende am 6. und 7. Dezember 2014 in Berlin. Alle Mitglieder und Beit Uri-RückkehrerInnen  erhalten in den kommenden Tagen Einladungen.

Dieses ereignisreiche Jahr gab uns viele Themen, über die es sich zu sprechen lohnt:

Welche Haltung sollte TAMLI e. V. bei Konflikten in Israel einnehmen? Unter welchen Bedingungen ist eine Entsendung nach Israel nicht mehr verantwortbar?

Wie können wir die Seminare in Zukunft noch besser machen und den veränderten Gegebenheiten anpassen?

Außerdem sind wir gespannt zu erfahren, was die RückkehrerInnen 2013/2014 in Beit Uri erlebt haben!

Sicherheitslage in Israel

Wir von TAMLI e. V. sind sehr besorgt ob der Sicherheitslage in Israel. Auch viele unserer FreundInnen in Beit Uri sind betroffen, weil Familienmitglieder als ReservistInnen rekrutiert wurden und sich in der Grenzregion zum Gaza-Streifen befinden. Zum Glück ist es in Afula ruhig und unseren FreundInnen und VolontärInnen geht es gut. Was wir von hier mitbekommen ist, dass der Alltag normal weiter geht.

Trotzdem: Das Land muss sich im Ausnahmezustand befinden. In Tel Aviv gibt es immer noch regelmäßig Luftangriffe. Und in Gaza müssen die Zustände grauenhaft sein. So viel Zerstörung, so viele Tote und Verletzte! So viel Leid! Für was?

Damit die Hamas sich profilieren kann. Dabei würden sie von den Menschen im Gaza-Streifen viel mehr Untersützung bekommen, wenn sie statt Raketen und Waffen Lebensmittel und Medikamente durch die illegalen Tunnel schmuggeln würden.

Die israelische Armee versucht der Hamas den Todesstoß zu versetzen und versteht nicht, dass nach der Hamas noch radikalere Kräfte folgen werden – und dass zumindest Teile der Hamas, die auch in die Einheitsregierung mit der Fatah getreten sind, an einer friedlichen Lösung auf dem Verhandlungsweg interessiert sind.

Was von diesem Krieg bleiben wird ist Hass! Und mit Hass lässt sich ein dauerhafter Friede nicht verwirklichen.

Am Freitag, den 25. Juli, fand auch in Berlin der alljährige Al-Quds-Tag statt. Entgegen der Befürchtungen von Polizei und Medien ist es erstaunlich reibungslos vonstatten gegangen. Auf palästinensischer Seite gab es einige antisemitische Sprüche und Plakate – die Polizei hat aber gleich reagiert und die AntisemitInnen von den anderen DemonstrantInnen getrennt.  Vor jüdischen Einrichtungen hat sich auch eine große israelische Demonstrantengruppe zusammengefunden. Ihr Motto war “Free Gaza from Hamas”.

Leider haben es die beiden Protestgruppen nicht geschafft für die gemeinsame Sache – Frieden im Nahen Osten – zu kämpfen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Vielleicht ist das zur gegenwärtigen Situation auch nur naives Wunschdenken.

Nichtsdestotrotz: Die mehrheitlich friedlichen Demonstrationen und der kleine Waffenstillstand zwischen Hamas und IDF (Israeli Defence Force) lassen hoffen, dass die Eskalation des Konfliktes bald vorbei ist. Auch der Flughafen Ben Gurion wird wieder normal von Lufthansa, AirBerlin und Co. angeflogen.

TAMLI e. V. beobachtet die Sicherheitslage sehr genau und macht sich Gedanken, ob eine Entsendung der neuen VolontärInnen sinnvoll ist. Nach den aktuellen Informationen sind wir aber zuversichtlich, dass die Einreise nach Israel für die VolontärInnen nicht gefährdet ist.